Applikationen

Optische Messsysteme gewinnen ihre Genauigkeit nicht durch teure und wartungsintensive Präzisionsmechanik, sondern basieren auf aktueller Optoelektronik, präziser Bildverarbeitung und mathematischen Algorithmen. Wenige Präzisionsmassstäbe und eine automatisierte, vom Kunden durchführbare Kalibrierung geben dem Messsystem seine Genauigkeit. Dadurch gibt es auch unter rauen Bedingungen keinen Genauigkeitsverlust durch Verschleiss. Zertifiziert wird die Messunsicherheit analog zu den taktilen Messsystemen mithilfe von Kugelstäben oder Stufenendmassen.

Weltweit sichern mehr als 14.000 GOM Messsysteme die Dimensionsqualität von Automobil-, Blech-, Guss- und Spritzgussprodukten sowie von Turbinenschaufeln und -rädern. In den meisten Fällen werden die detaillierten Analysen nicht für eine einfache i. O.-/nicht i. O.-Bewertung eingesetzt, sondern bilden im Rahmen eines wertschöpfenden Messablaufes die Grundlage zur Optimierung der Fertigungs- und Maschinenparameter.

Prozesskette

Übersicht der verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der GOM Systeme am Beispiel einer Spritzguss Prozesskette.

Materialkennwerte

Kenntnisse über die Materialeigenschaften eines Werkstoffes liefern eine sichere Basis für die bauteilgerechte Konstruktion (CAD), die Entwicklung eines funktionierenden Werkzeuges sowie für eine realistische Simulation (CAE) und Optimierung von Produktvarianten, Werkzeuglayout, Spritzguss- und Umformverfahren.

Konstruktion & 3D-Messplanung

Wird das Bauteil-CAD bereits bei der Konstruktion mit Inspektionsmerkmalen versehen, kann die 3D-Messplanung und Inspektion im zeichnungslosen Prozess direkt am PMI-Datensatz erfolgen (Import und Auswertung von FTA- / MBD-Daten). Darüber hinaus ermöglicht die vollflächige Geometrieerfassung die Rückführung und Adaption von Bauteil- und Werkzeuggeometrien in bestehende CAD-Daten bei erforderlichen Werkzeugkorrekturen (Advanced CAD Modeling).

Simulation & Verifikation

In der Simulation werden Formfüllung, Anguss, Nachdruck, Temperierung und Füllzeit des Gussteils berechnet und bildhaft dargestellt. Sie dient der Fehlervermeidung und Optimierung von Materialeinsatz, Zykluszeit und Maschinengrösse durch Vorhersage des Materialverhaltens und der Prozessparameter. Die simulierte Geometrie wird flächenhaft und numerisch mit simulierten oder realen Bauteilmessungen abgeglichen.

Werkzeugbau

3D-Digitalisierung spart Zeit und Kosten in der Werkzeug- sowie Elektrodenfertigung und -wartung. Frühzeitige Prozessüberwachung reduziert Korrekturschleifen besonders bei Mehrfachkavitäten. Der Soll-Ist- Vergleich dient zur Kontrolle der einzelnen Stufen bei der CNC-Bearbeitung des Werkzeuges. Im Try-Out führen 3D-Messdaten zu gezielten Werkzeugkorrekturen und geringerem Materialeinsatz.

Erstmusterprüfung

Die vollflächige Form- & Massanalyse mit kompletten Mess- und Prüfberichten (EMP) sichert die Einhaltung der Funktion und der optischen Anforderungen und sorgt für den spannungsfreien Einbau eines Bauteils. Die Erstbemusterung kann nach Messplan (KMG-/CMM-Inspektion), CAD-Modell oder PMI-Datensatz mit Merkmalen wie Form- & Lagetoleranzen durchgeführt werden. Dabei bleibt keine Stelle am Bauteil ungeprüft.

Serienprüfung

Automatisierte, fertigungsnahe und mobile Messzellen senken in der serienbegleitenden Produktionskontrolle Ausschuss und Nacharbeitszeiten. Der Transport von Bauteilen zu entlegenen Messräumen entfällt. Die Programmierung, einschliesslich der Roboterkinematik sowie der Inspektionsplanung, findet offline im VMR am CAD statt, wobei die Messzelle produktiv bleibt.

Zusammenbau & Belastungstests

Vollflächiges oder punktuelles Online- 3D-Tracking ermöglicht die Ausrichtung und Positionierung von physischen Bauteilen zueinander (optische Lehre) sowie die Übertragung der optimalen virtuellen Ausrichtung in die reale Welt. Dadurch können Verbau / Einbau und Verformung sowie Spaltmasse geprüft werden. In Prüfständen wie Klimakammern und Crashtestanlagen werden Produkte auf ihre Lebensdauer geprüft.